rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 7

Sontag, 5.8.2018

Auf geht’s nach Yalta. Tagestank auffüllen, Motor starten und Leinen los. 0715 lautet der Eintrag im Logbuch, es ging weiter. Mangels Wind wurde Motorboot gefahren.
Der Küste entlang fahrend erhielten wir einen Funkspruch von der Küstenwache. Uns wurde Kurs 270° angeordnet für 5 Nm. Um ca. 1030 setzten wir mal die Segel, eine gute Leichtwindpartie wo Susi etwas steuern üben konnte. Zwei Stunden später bargen wir die Segel wieder wegen Sinnlosigkeit. Wir tuckerten weiter und um 1245 hatten wir die Ortschaft Aluschta querab.
Um 1430 erhielten wir wieder einen Funkspruch, wir sollten bis auf 1 Nm zur Küste fahren. So eine Situation hatte Karl geschildert als er von Kertsch nach Feodosia unterwegs war. Uns hat man sogar einen Grund genannt: Ein Kriegsschiff ist auf dem Weg. Wir hatten öfters Kriegsschiffe gesehen und in nicht all zu großer Entfernung passiert. Besonders als wir von Varna nach Sotschi kamen, patroulierten geschätzt alle 10 km Militärschiffe wegen der Fußball WM. Bis dahin wurden wir nie weggewiesen. Später hatte man uns gesagt, dies sei absolut ungewöhnlich und irgendwas besonderes musste im Gange gewesen sein. Okay, es war halt so. Noch dazu wurde die ganze Küste von der Küstenwache abgeriegelt. Wir sahen zivile Motoryachten von großen Abmessungen, ohne AIS, aufgefädelt eine Linie soweit man sehen konnte bildend.

Zivile und andere Küstenwacheschiffe riegelten die Küste ab

Wir fuhren dann halt in Küstennähe vorbei an Kap Mys Ayudan und um 1600 waren wir in der Bucht von Yalta. Diese Stadt ist wahrhaftig was Besonderes, eingebettet in den Berghang einen sensationellen Anblick darbietend.


Dann ging es wieder Los mit Traffic Control anfunken. Wie erwartet fragten sie nach unserem Agenten den wir ihnen nicht bieten konnten. Man verhieß uns Beistand und wir wurden auf einen Ankerplatz geschickt. Dort hin mussten wir die ganze Bucht durchqueren und wir stellen fest, daß der Ankerplatz in unmittelbarer Nähe zum Schwalbennest lag.
Das Märchenschloß welches als Wahrzeichen der Krim gilt liegt, sagen wir mal salopp absturzgefährdet. Man hat fast Angst zu nahe hinzu zu fahren damit es einem nicht auf den Deckel fällt. Das Wetter machte eine richtig enterische Stimmung, und Ausflugsboote brachten im 5 Minutentakt unglaubliche Massen an Besuchern heran. Mit dem Fernglas konnten wir den Gänsemarsch hinauf und herunter steigender Touristen beobachten. Nach einer Fotorunde gingen wir in Ankerposition und warteten auf weitere Infos von Seiten der Traffic Control.

Das Wetter sorgte für eine gehörige Dramaturgie

Die kamen auch in Form eines Funkspruches womit wir die Einfahrtserlaubnis in den Hafen erhielten. Also los geht’s. Um 1745 waren wir römisch katholisch fest gemacht an einer riesigen Kaimauer. 2 Heckleinen und eine Mooring sollte normalerweise reichen. Normalerweise. Es kam immer wieder ein mords Schwell herein und auf einmal so ein heftiger, daß ich so weit zurück und so hoch kam daß die Windsteuerung gegen die Stiege krachte. Die Abdeckung vom Winkelgetriebe war somit Geschichte, und die unterste Stufe hatte eine Beschädigung am Holz. Das sollte mir später noch zu stehen kommen.
Jedenfalls verholte ich das Schiff, welches ich eh schon weit vorne glaubte, noch weiter vor. Ein fürchterlicher Platz wo die Schiffe immer wieder regelrecht hüpften, und die Festmacher an den Klampen rissen wie deppert. Dann aber der erste Landgang in der geschichtsträchtigen Stadt. Genau hinter uns war ein Rummelplatz mit Achterbahn und die sorgte, mit Musik von einer Livebühne für ordentlich Geräusche. Die Promenade lässt keinen Zweifel aufkommen daß sie es ernst meinen mit dem Tourismus. Überhaupt waren die Ferienorte auf der Krim allesamt sehr stark frequentiert. Erst neulich las ich von einer Rekordsaison. Luxusgeschäfte fehlen auch nicht und wir suchten eine Lokalität wo wir etwas schnappen konnten.
Am folgenden Tag starteten wir eine ausführlichere Stadtbesichtigung. Eigentlich wollten wir einen Ausflug zu den Wasserfällen von Utschan- Su machen, die fanden aber nicht statt weil sie momentan kein Wasser führten. Ich befürchtete sowas, weil ich davon gelesen hatte daß sie üblicher Weise im Sommer trocken sind.
So gingen wir halt ein Wenig durch die Stadt, als erstes zur Armenischen Kirche. Orthodoxe Kirchen üben auf mich eine starke Faszination aus. So auch diese kleine, aber wunderschöne Kirche.
Danach visierten wir die Alexander Nevsky Kathedrale an. Eine sehr bedeutende Kirche in der Umgebung heißt es. Sie ist auch total schön und wir gingen hinein und liesen die Energie auf uns wirken.

Orthodoxe Kirchenarchitektur

Sowjetische Zweckarchitektur

Die Galeere ist ein Restaurant

Von dort ging es wieder zurück Richtung Hafen, wo die Seilbahn auf den Darsan Hügel ist. Diese fällt in die Kategorie „Joghurtbecher Seilbahn“ mit ihren Polyester Kabinen wo 2 Personen reinpassen. Bei  uns würde eventuell kein Pickerl mehr dafür ausgestellt, aber dort ist das kein Problem. Jedenfalls war es eine Belustigung und wir gingen oben angekommen, in das Restaurant mit einer tollen Ausgucksterasse. Der Blick auf diese schöne Stadt unter uns hatte schon was Besonderes. Wir tranken ein Bierchen und traten den Rückweg an. Hinein in den Joghurtbecher, dann Augen zu und durch. Natürlich nur sprichwörtlich, denn wir genossen den Ausblick in verschiedene Gärten und Hinterhöfe genau so wie auf die Stadt rundum.

So gegen 1600 kam dann auch Karl nach, er hatte schon länger Probleme mit seiner Wasserpumpe. Nun aber waren sie schon gehörig geworden, und er konnte den Motor kaum noch starten weil es so herauspritschelte. Das Anlegen ging dann aber noch, und kurz darauf gingen wir gemeinsam noch eine Runde. Leider sind wir dann etwas versumpft……
Tags darauf war dann Ersatzteilbeschaffung auf dem Plan. Es wurde uns eine Werkstatt empfohlen, welche aber am anderen Stadtende lag. Soo groß ist Yalta zwar nicht, aber es wurde doch ein ziemlicher Marsch. Heiß war es und angesichts unseres etwas angeschlagenen Zustandes war das schon hart. Am Zielort waren dann jede menge Autoläden und Werkstätten. Leider konnten wir keine Wasserpumpe für den alten Mercedes bekommen, trotz sehr engagierten Handelns der Russen. Am Rückweg kehrten wir in eine Gastwirtschaft ein und aßen etwas. Ein paar Geschäfte am Weg wurden auch noch besucht, und ich bereute die Kamera nicht mitgenommen zu haben. Viele Fotomotive von den hintersten Gassen Yaltas entgingen dadurch meiner Linse. Zurück am Schiff schnappte ich sie aber, und fuhr mit meinem Klapproller nochmal zurück um die Szene etwas festzuhalten. Die Ulitsa Puschkina war dem russischen Nationaldichter, welcher als der größte unter vielen Literaten gilt, gewidmet. Ein Denkmal von vielen wurde für ihn errichtet, viele kleine Läden und eine katholische Kirche war auch dort. Ich war froh den Weg noch einmal auf mich genommen zu haben, welcher mit dem Roller jedoch ziemlich kommod zu bewältigen war.

Die hochgelegten Gehwege sind der leichten Hanglage geschuldet

Genosse Puschkin betrachtet das Geschehen

Am nächsten Tag wollten wir weiter- wollten wir. Wir wurden nämlich gebeten, bei der gerade stattfindenden Regatta auf dem Regattaleitungsschiff Hilfe zu leisten. Wir konnten das nicht ausschlagen, der Yachtclub hat uns schließlich auch kostenlos dort liegen lassen.
Somit war es für mich eine Premiere in doppeltem Sinne: erstens war ich bei einer Regatta dabei, und zweitens war ich auf einem Ferrozementboot. Der Regattachef Alex, Viktor der Eigner, seine Frau Gallina und wir drei legten also ab. Das Schiff namens „Lady Rose“ hatte den Buganker draussen, und der hing gleich einmal an einer Stahltrosse unter Wasser. Losgemacht ging es hinaus und wir bezogen Position unter Anker. Der Start wurde durchgeführt und wir hatten bis zur ersten Zielankunft nichts zu tun. Daher ein Tässchen Tee und ein paar Kekse, eine Konversation auf Deutsch und Russisch sorgte für Kurzweile. Alex spricht einigermaßen gut Deutsch und ich brachte ein paar Fetzen Russisch an.

Ein echtes Betonschiff 🙂

Regattaleitung ist harte Arbeit


Eine zweite Wettfahrt wurde noch durchgeführt, dann ging es zurück. Ich quälte dann noch Viktor und Gallina damit, mir die Durchsage an die Küstenwache aufzuschreiben, und sie führten freundlicher Weise die Abmeldung bei denen Durch. Man bekommt dann eine Nummer  mit der man sich dann beim Auslaufen nochmal meldet, sagt ihnen noch wieviele Personen an Bord sind und den Zielhafen.
Am nächsten Tag würde dann die Stunde der Wahrheit kommen, ob die mich dann auch verstehen können.
Yalta war von der Ankunft bis zur Abfahrt ein Erlebnis, die Lage, die urigen Gasserl, und einfach eine Atmosphäre die geil ist.
Wünsche euch auch eine geile Zeit und Gottes Segen.

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 6

Freitag, 3.8.2018

Wir wollten weiter nach Sudak. Erstens mussten wir Geld wechsen weil es in Ordschonikidse keine Bank oder Wechselstube gibt. Wechselstuben sind soweit wir erfahren konnten in Russland nicht mehr vorhanden. Auch funktionieren keine Kreditkarten wenn man kein russisches Bankkonto hat (den heilbringenden Sanktionen sei Dank).
Um ca.1000 machten wir das Anker auf Manöver und schlugen richtung Sudak Kurs 200° ein. Eine halbe Stunde später konnten wir den Motor abstellen und es ging unter Segel vorbei an Koktebel.


Um 1400 erreichten wir die Bucht von Sudak, und starke Fallböen rissen uns aus unserer lethargischen Regungslosigkeit.
Da war plötzlich ganz schön was zu tun, und von nun an Aufmerksamkeit angebracht. Als wir endgültig bei Kap Meganom vorbei waren wurde es wieder besser. Dann waren wir in der Bucht von Sudak.


Wir hielten Ausschau nach einer Möglichkeit zum Anlegen. Es gibt nur einen städtischen Anlegesteg, soviel wussten wir von unseren russischen Freunden. Wir erkannten die einzige Möglickeit eben in dem und hielten darauf zu.

Städtscher Anleger bei Sudak

Die wirklich imposante Festung

Nun ja, es gab Platz und niemand den man hätte fragen können. Daher machten wir fest und kurz darauf gleich auf den Weg in den Ort hinein. Das Panorama war hier wieder besonders pittoresk, über uns war die riesige genuesische Festung. Wir gaben Gummi um möglichst eine Bank vor der Sperrstunde zu finden. Es gelang uns auch, und wir hatten wieder tausende von Rubeln. Der Kurs von 1:70 oder mehr lässt einem Erinnerungen an das Lira- Italien wach werden. Gut da hatte man noch etwas höhere Summen bei sich.

Den Waschbären kenne ich doch…….

Die Hafenpromenade- wieder eine Pracht

Als wir an den Steg zurück kamen wurden wir bereits erwartet- von Vladimir. Er outete sich als Verwalter von dem Steg und lies und erst mal den Anlegeplatz wechseln. Dann nam er uns 1000 Rubel ab als Anlegegebühr.
Es dauerte nicht lange dann mussten wir wieder weg, weil irgendwer unseren Platz als den seinen beanspruchte. Okay dann halt wieder auf die andere Seite. Kurz darauf ging das gleiche Theater wieder los und wir konnten uns zum Glück längsseits bei einem netten Sportskameraden legen. Er hatte Erbarmen mit uns, und weil er ganz gut Englisch spricht, baten wir ihn uns bei der Küstenwache zu melden. Das ist zwar nicht zwingend weil sie uns mit dem AIS sowieso immer sehen, aber es machte sicher einen guten Eindruck. Generell waren die Behörden immer dezent und nie ungut in irgendwelcher Weise.
Wir waren mit Karl in Kontakt und er würde frühestens am nächsten Tag nach Sudak kommen.
Nach dem wir mit dem Schiff endlich seßhaft wurden, gingen wir noch einmal in die Stadt und tranken noch ein gemütliches Bier.

Vitriol in der Abendstimmung

Nächsten Tag wollten wir die Festung besichtigen, welche weiß Gott wie viele Jahrhunderte überdauert haben musste. Die Zeit wo die Krim unter genuesischer Herrschaft war lag lange zurück.
Wir erfragten wo der Zugang war, und machten uns dort hin auf den Weg. Es versprach wieder ein heißer Tag zu werden. Der Aufstieg bis zum Eingang war nicht all zu lang, und wir stellten uns an für eine Eintrittskarte.
Als wir hinein gingen standen etliche Leute herum in mittelalterlichen Gewändern, Rüstungen und so. Da der Fasching schon Lange zurück lag, mußte was anderes im Gange sein. Es waren die internationalen Ritterfestspiele „Genuesij Schlem“ was soviel heißt wie genuesischer Helm. Wir beobachteten den Einzug  und der Sprecher zählte vielerlei Nationalitäten auf wo die Teilnehmer herkamen.

Einzug der Gladiatoren- es gab auch Schaukämpfe

Nach einiger Zeit aber wurde uns das zu viel und wir beschlossen die Festung zu erkunden. Es ging hoch hinauf und noch weiter runter bis zum Meer. Ein unglaublicher Ausblick auf Sudak und das gebirgige Hinterland einerseits, auf der anderen Seite die steil abfallende Küste und das Meer. Ich erklomm alleine noch den höchsten Punkt der Festung, was mit meinen Schlapfen durchaus mit Vorsicht getan werden wollte. Da einen Abstieg mit dem Gesicht voran will keiner machen. Ich machte zahlreiche Fotos, die Motive gehen da ja nicht aus.

Wieder unten beim Eingang angekommen gingen wir noch zum Schaudorf welches aufgebaut wurde und ein Standelmarkt.

Die Festung war also eingenommen und wir traten den geordneten Rückzug an. Etwas essen und noch einmal durch die Touristengassen, aber auch wieder ein paar Nebenstraßen wurden durchzogen.
Gegen Abend kam auch Karl an und wir trafen uns am Steg. Wir zeigten ihm zu fortgeschrittener Stunde noch die Promenade und tranken noch ein Bierchen.
Wir machten uns für nächsten Tag klar zur Weiterfahrt, Karl wollte noch einen Tag bleiben.
Sudak werden wir in guter Erinnerung behalten mit der unglaublichen Bucht und der Festung, einzig der Anleger ist ein Bisschen eigenartig verwaltet. Auch eben ein Zeichen, daß hier kein wirklicher Yachttourismus statt findet.

Ich wünsche euch eine gute Zeit und Gottes Segen.

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 5

Mittwoch 1.8.2018

Karl hat mir von Fort Utrisch 3 Kanister Diesel mitgebracht, die wurden getankt.
Sergej hatte uns bei Port Control und Küstenwache abgemeldet, somit konnten wir ganz vorschriftsmäßig einen Abgang in Kertsch machen. Wir namen von Sergej und Sascha Abschied und ich funkte die Traffic Control an, um die Abfahrt anzusagen.

Diese Typen sind wieder mal von der abolut netten Sorte

Um 2030 legten wir die Leinen los, Wind war noch immer 19 Kn von NNO. Die Fahrt bis zur Krimbrücke war schon eine Herausforderung, millionen Lichter, die schwächsten davon waren an den Tonnen. So tasteten wir uns hinaus, das erste Hoppala bereits glimpflich gemeistert. Ich hielt auf ein falsches Licht zu und wäre bald über einen überfluteten Steinwurf gefahren. Ich erkannte noch rechtzeitig dass was nicht stimmt und orientierte mich am richtigen Einfahrtsfeuer. Inzwischen hatte die Traffic Control anscheinend auch gespannt was ich aufführe und sie funkten uns an. Ich antwortete nicht weil ich den Grund richtig vermutete, sie beobachteten meine Kursänderung und stellten den Funk ein.
Etwas später hätten wir noch fast eine Tonne mitgenommen, so im Vorbeifahren quasi. Wieder im letzten Augenblick sah Susi das ausgebleichte grüne Licht und es ging wiederum gut. Dann wieder eine Funkspruch: Ein Bugsierboot quert meinen Kurs und ich möge ihm Vorfahrt geben. Gut, soll er haben. Dann unter der Brücke der nächste Funkspruch: Ein Frachter kommt entgegen ich solle am rechten Fahrwasserrand bleiben. Wir hatten ihn auch gesehen und taten wie gewünscht. Uff, dann war dieser Abschnitt hinter uns und ich setzte erst mal die Genua. Der Wind war schneidig und unser Vorwärtskommen auch, so ging es die Kertschstraße südwärts.

Die Lichtverschmutzung machte mich etwas Konfus 🙂

Um 2300 waren wir schon auf Kurs 175°, südlich der Kertsch Halbinsel. Das Groß war auch oben und wir hatten einen traumhaften Nachtsegler.

Donnerstag, 2.8.2018
Bereits um 0100 fuhren wir in die Sperrzone ein bei Kys Aul.
Tja so war halt die ganze Nacht Rauschefahrt, irgendwann wurden wir angefunkt und die üblichen Fragen gestellt.
Das Ende der gesperrten Zone sollten wir um ca. 0520 passiert haben, wie vermutet war das Zeitpolster mehr als ausreichend.

Das bedarf keines weiteren Komentars

Eine leicht kabbelige See hatten wir weiter richtung Feodosia. Die Destination war aber nicht Feodosia direkt, sondern ein Ort namens Ordschonikidse vor Koktebel in der Bucht Provato.

Nach der Flachlandpartie änderte sich die Landschaft total

Dort waren Felsen und die bieten guten Schutz bei den nördlichen Winden. Wir erreichten die Bucht um 0900 wo wir den Anker auf 12 m Wassertiefe fallen liesen.


Nach dem wir uns etwas Ruhe gönnten erkundeten wir den kleinen Ort und versuchten eine Möglichkeit zum Geldwechsel zu finden. War natürlich nix da, das war ein kleines Nest und Feodosia liegt 10 km entfernt. Bis wir das jemals irgenwie erreicht hätten, hätten alle Banken zu gehabt.
Der Ort selber hat einen schönen Strand der sehr rege genutzt wird. Es waren aber sehr interessante Gässchen, eben DAS Russland das ich liebe, (noch) nicht turistisch herausgeputzt.


Ich kraxelte Stück auf einen Hügel und genoß einen schönen Ausblick.

Schließlich machen wir uns wieder Richtung Schiff auf den Weg. Karl war derweil noch in Kertsch, er wartete auf ein besseres Windfenster. Er war ja einhand unterwegs und wollte tagsüber von Kertsch auslaufen, was ich mit den erworbenen Erfahrungen gut heißen musste. Allerdings würde er mit seinem Zeitplan eine längere Zeit auf die Einfahrt in die Sperrzone warten müssen.
Wir beschlossen am nächsten Tag richtung Sudak weiter zu Segeln.

Dann wieder eine gute Zeit und Gottes Segen.

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 4

Montag 30.7.2018

Wir bunkerten Wasser und ich machte einen teilweisen Ölwechsel. Seit Neustem war immer wieder Diesel ins Motoröl gekommen. Den Grund kannte ich nicht, im Nachhinein habe ich mir sagen lassen es könnte die Dieselförderpumpe sein oder die Einspritzpumpe. Am ehesten aber die Förderpumpe, gut das wir im Frühling 2019 abgeklärt.
Um 1410 machten wir los und es ging hinaus aus der Bucht von Novorossiysk. Nach etwa 50 Minuten wurde der Kurs 270° angelegt und der Motor lief wie immer.

Ausfahrt von Novorossiysk

Um 1730 probierte ich es mit Segeln, aber nach eineinhalb Stunden ging nix mehr. Segel bergen, ca. 23 Nm zurückgelegt. Um 2035 wurden wir von der Küstenwache angefunkt und nach Position, sowie Zielhafen gefragt. Fort Utrisch querab, einer der wenigen Häfen die bei jedem Wetter guten Schutz bieten. Noch seltener in dieser Gegend ist die Wassertankstelle im Hafen. Karl war unter Motor schneller und schon nach Fort Utrisch eingefahren, er brauchte unbedingt Diesel. Ich war bis kurz vorher nicht sicher wie wir vorgehen sollten, hatte aber dann doch entschieden durchzufahren bis Kertsch.

Nachtfahrt

So liesen wir den Hafen rechts liegen und hielten Kurs auf die Einfahrt in die Kertsch Straße.  Wir motorten durch die Nacht und um 0130 setzten wir wieder die Segel. Ab 0300 machte nur mehr Motorsegeln Sinn, bis ich um halb fünf endlich wieder abstellen konnte. Eine halbe Stunde Später waren wir bei der Einfahrt angekommen. Die Logge hatte 68 Nm mehr drauf. Etwas später erhielten wir von Kertsch Traffic Control eine Funkansage. Wir sollten weiter nach Westen segeln um frei von dem riesigen Ankerfeld zu bleiben.

Unzählige Ankerlieger in der Kertsch Strait

0700, neuer Kurs 350°. Ein spitzenmäßiger am Wind Segler bei 25 bis 30 Kn, aber keiner Welle, lies uns mit über 6 Kn richtung Kertsch kommen. Da Susi schlief konnte ich es richtig krachen lassen, und das machte Spaß 🙂

Um ca. 0900 haben wir dann wieder mit Kertsch Traffic Control Kontakt gehabt. Was unser Ansinnen war wollten sie wissen. Ich wusste nicht ob wir nach Kertsch fahren sollten oder ein paar Nm südlich bleiben. Da gab es ein altes Industriegelände mit einer Fischfabrik, wo man gut geschützt ankern konnte. Egal zuerst wollte ich unter der Brücke durch. Wir wollten dann trotzdem versuchen in den kertscher Hafen zu kommen, was natürlich wieder mit der Frage nach unserem Agenten beantwortet wurde. Wir hatten eigentlich keinen, aber ich mache ihnen weis es sei Anton aus Novorossiysk. Er ist an der ganzen Küste bekannt, aber zur Zeit nicht erreichbar weil er die ganze Nacht mit dem Auto unterwegs war und jetzt schlief.

Unter der neuen Krimbrücke

So wurden wir halt auf Warteposition geschickt und irgendwann bekamen wir Koordinaten wo wir uns hin verlegen konnten. Das war aber außerhalb vom Hafen, war unruhig bei dem fiesen Wind. Ich bevorzugte zu Ankern gegenüber dem höllischen Betonponton. Erst etwas essen, und ruhen. Es wurden uns dann aber zu blöd und wir wollten einen Landgang machen, daher doch anlegen. Uns wurde landseitig geholfen, und der Hilfsbereite Mann erzählte uns etwas von Hafen und ruhig und so. Zumindest verstand ich das. Ich meinerseits gab ihm zu verstehen wir hatten keine Einfahrtserlaubnis. Er blieb bei seiner Ansage und erklärte uns die Einfahrt und den Steg wo wir hin sollten.
Wir taten, wie uns angeschafft wurde, Sergej erwartete uns bereits dort und half beim Anlegen. Es war 1600 als wir fest lagen. Wieder so ein Erlebnis mit gar nicht unfreundlichen Russen. Er zeigte uns wie man aus dem Areal hinaus in die Stadt kam, wo man leckere Brombeeren findet, und was weiß ich was er uns sonst noch erzählte. Ich verstand das Wenigste davon. Jedenfalls lagen wir hier ganz gut, hinter uns die Küstenwache, was sollte uns jetzt geschehen außer eventuell ein Meteoriteneinschlag 🙂


Wir gingen dann später mal ein wenig die Stadt besichtigen. Überrascht nahmen wir zur Kenntnis, welch nette Stadt Kertsch ist. Etwas mediterranes war zu entdecken, die Hauptstraße sehr belebt und viele Läden, aber nicht sehr lang.
Wir gingen etwas essen was wiederum vorzüglich schmeckte, dazu dunkles Bier welches ich sehr gern trinke.
Wir haben wieder einmal zu viel bestellt, konnten es nicht verdrücken. Was übrig war wurde uns freundlicher Weise eingepackt, und wir namen es für Karl mit. Er war gerade von Fort Utrisch nach Kertsch unterwegs und sollte jeden Moment eintreffen.

Kertsch von Genuesern sichtbar beeinflusst

Am Heimweg nahmen wir noch ein paar Sachen vom Supermarkt mit, und als wir am Steg ankamen war Karl mit Sergej’s Hilfe schon vertäut.
Sergej hat eine Tochter die Englischlerhrerin ist, sie kam diesen Abend auf Besuch. Wir saßen noch im Cocpit und tranken ein Bierchen bei einer Deutsch/Russisch/Englich Konversation.

Mittwoch, 1.8.2018
Karl und ich starteten einen Stadtrundgang, er hatte ja noch gar nichts davon gesehen.  Der Aufstieg zum Mitridat Hügel (Hügel passt gut für die 98m Anhöhe) geht über eine antike Stiege, und oben angekommen erwartet uns natürlich wieder ein Monument. Aber auch ein altes griechisches (?) Gemäuer zeugt von der wechselvollen Geschichte der Krim. Der Rundumblick von hier ist einfach super, Kioske verkaufen Souveniers und anderen Kram. Wir gaben uns die Aussicht ganz intensiv bevor wir wieder zu Tal zurück kehrten.

Am Schiff berieten wir dann wann wir weiter fahren wollten. Auf der Südseite der Kertsch Halbinsel liegt eine Sperrgebiet, welches nur von 2000 bis 0800 zu durchfahren erlaubt ist. Aussen rum geht nicht, weil man dann aus der 12 Meilen Zone heraus wäre, und da verstehen die Russen keinen Spaß. Wir waren uns einig, es wäre am besten die Zeiteinteilung so zu gestalten, daß wir mit einem angemessenen Sicherheitspolster vor 0800 durch waren. Daß hieß Abfahrt bis spätestens 2200! Aber ich war noch immer mit mir selber nicht im Reinen, ob ja oder nein.
Wir entschieden dann aber uns auf den Weg zu machen, und ersuchten Sergej uns bei der Küstenwache sowie Port Control abzumelden. Hilfsbereit wie immer rief er überall an und wir konnten jederzeit abhauen.

Jou, dann wieder mal eine gute Zeit und Gottes Segen.

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 3

Wir waren also nun in Novorossiysk. Worum geht es in dieser Stadt?
Eine Industrie- und Hafenstadt in der Region Krasnodar. Hier wird Mergel abgebaut und es gibt laut Aussagen 3 Zementfrabriken, außerdem ist es ein großer Umschlagplatz für Öl. Ganz nebenbei ist es eine „Stadt der Helden“. Die Russen betreiben ja einen beispiellosen Heldenkult. Gut, ich würde sagen, sie wurden ja meistens von außen angegriffen und handeln selber nicht offensiv wie man das von gewissen „friedensstiftenden“ Nationen sonst so kennt. Hier wurde auch im 2ten WK der Vormarsch der Deutschen gestoppt.
Jedenfalls gibt es hier umso mehr Denkmäler für die Helden der Sowjetunion.
Wir erkundeten erstmal zu Fuß die erreichbare Umgebung, na ja eine große Stadt halt. Parks und Grünflächen sind in russischen Städten allemal zahlreich vorhanden, so auch dort.

Viel Grün wie überall

Ein leiwander Markt war auch dort, und wir gingen in eine Kneipe um was zu futtern. Russkaja kuchna- russische Küche gab es, und das haute wieder voll hin.

Auch für Hobbybrenner gibt’s Equipment 🙂


Ein riesiges Denkmal neben der Marina wurde auch besucht, ein Freilichtmuseum für Kriegswaffen nahmen wir auch noch mit, und einen schönen Badestrand mit Delfinarium und verschiedenen Kiosken auch.

Dinghyausflug im Hafen

So verbrachten wir den Tag ganz kurzweilig und gingen abends noch etwas die riesige Strandpromenade entlang, als uns Oleg ansprach. Er spricht sehr gut Englisch und arbeitet als Trader bei einer Heuschrekenspekulationsinvestmentfirma. Er begleitete uns und wir ersuchten ihn er möge sich wegen einem Mietauto erkundigen. Wiederum ging da nix aus verschiedenen Gründen. Ausländer sind im Gegensatz zu uns der eigenen Bevölkerung benachteiligt und daher, um es kurz zu machen, bekamen wir kein Auto. Er hat keinen Führerschein!
Ich wollte aber zumindest Gelendschik besuchen, die anderen Ziele die ich am Radar hatte gab ich sowieso auf.
Also fuhren wir mit einem Taxi hin, nicht ganz billig, aber im Vergleich zu uns sehr wohl.
Gelendschik ist in einer wunderbaren Bucht, südlich von Novorossiysk gelegen, bekannt für wunderbare Sandstrände.

Wirklich schöne Strände in Gelendschik

Ist sie nun die Längste oder nicht- egal sie ist schön und lang, die Hafenpromenade

Die fanden wir auch vor, auch die längste Strandpromenade von Europa soll dort sein. Lang war sie schon, alles andere muß ich glauben. Egal, der Ort ist schön, sehr touristisch und lebhaft bis überlaufen.
Tags darauf wollten wir eigentlich weiterfahren- eigentlich. Wir erfuhren aber von Oleg, am nächsten Tag wäre eine Parade und ein mords Fest. Der Tag der Marine in, vielleicht in ganz Russland, jedenfalls im schwarzen Meer in allen Marinehäfen. Okay wir waren überredet und blieben noch einen Tag länger um das Spektakel zu sehen. Spektakel war nicht übertrieben. Die hatten da ordentlich was aufgezogen, Volksfest, Parade und was weiß ich noch was.

War nett, aber eine mörder Hitze und unzählige Leute. Die Russen sind, wie ich denke zurecht, wieder stolz auf ihre Wehrfähigkeit und ihre Marine. Auch wenn man bei uns immer nur ein paar ausgemusterte, rostige Schiffe, mit mitleidigem Begleitkommentar sieht, wir sahen in der ganzen Gegend Anderes. Das ganze Land erfährt eine stetige Modernisierung, so auch das Militär und Marine.
Ein wirklich toller Aufenthalt in Novorossiysk ging trotzdem dem Ende entgegen. Wir würden am nächsten Tag weiter fahren. Es wurde ein starker Nordwind gemeldet und ich wollte unbedingt unter der Krimbrücke durchfahren. Wenn es wirklich ein Nordwind sein würde konnte ich das eventuell abhaken. Ich wollte mich nicht die Kertsch Straße unter Motor gegen 30 Kn hinaufkämpfen.

Sodale, dann wünsche ich wie immer eine gute Zeit und Gottes Segen.

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 2

Dienstag, 24.7.2018

Wir machten uns auf den Weg nach Norden. Um 0600 machten wir die Leinen los und fuhren aus der Marina „Imeritimskiy Port“.Sotschi im Kielwasser

Sotschi sollten wir hinter uns lassen, der nächste Anlaufpunkt war Tuapse. Um 0645 stellten wir den Motor ab und fuhren unter Segel weiter.
Bis halb neun, dann war wieder der Judas an der Reihe. Wir erhielten von der Küstenwache die Anweisung uns 5 NM von der Küste entfernt zu halten, Grund wurde keiner genannt. Wir hielten uns natürlich an diese Anweisung und motorten weiter mit Kurs 270°.

Die Küste erinnert mich irgendwie an Montenegro

Mittags hatten wir 26 NM runter, und wir wunderten uns über viel dahertreibenden Müll im Wasser.
1500, wir hatten 41 NM richtung Tuapse gemacht. Man hatte uns vor der Abfahrt gesagt wir sollten uns an dieser Position bei der Küstenwache melden. Am Funk aber erhielten wir keine Antwort. Wir hatten an dieser Stelle noch keine rechte Erfahrung mit den Kollegen, aber wir kannten von Bulgarien und Rumänien dieses Verhalten. Die Menschen sprechen dort wenig Englisch, und wir zu unserer Schande noch weniger Russisch. Mein Russischkurs hatte mir nicht wirklich viel gebracht. Diese Sprache ist erstens sauschwer, die Russen spechen viel und schnell, und wahrscheinlich auch noch ein wenig Dialekt. Das Hauptproblem ist aber die wenigen Vokabel, die in dieser überaus wortreichen Sprache einfach schnell mal die Grenze aufzeigen.
Gut, es war dann immer so, daß sie uns angefunkt haben sobald einer da war der sich mit uns unterhalten konnte. Es gab aber nie die geringsten Schwierigkeiten deshalb. Die russische Küstenwache übersieht garantiert nichts, war aber immer unsichtbar für uns.
Um 1600 haben wir die Tuapse Traffic Control angefunkt, es waren noch ca. 2 Std bis zum Hafen. Um 1645 haben wir dann eine Einfahrtserlaubnis erbeten, aber nicht bekommen. Das ist dort ein rein kommerzieller Hafen und die wollten uns da drinnen nicht haben. Egal, das Wetter war gur und wir konnten vor dem Hafen ankern. Um 1830 liesen wir den Anker auf 15m Wassertiefe fallen. Wir hatten 58 NM auf der Logge, die nun nach einem Tauchgang wieder was anzeigte.
Irgendwann gegen Mitternacht wurde ich wach weil ich aufs Klo musste. Ich beobachtete am GPS die Schiffsbewegungen und sie gefielen mir irgendwie nicht richtig. Der Wind hatte gut aufgefrischt und wir drehten uns. Ich hatte ein derart schlechtes Gefühl, daß ich entschied ein neues Ankermanöver zu machen. Der Wellenbrecher der nun hinter uns lag sah nicht unbedingt einladend aus. Sicher ist sicher.

 

Mittwoch, 25.7.2018
Tagestank auffüllen, ein bisschen mampfen, und um 0730 ging der Anker auf. Geplant war Gelendschik, eine Bucht mit bekannter Maßen schönen Stränden. Nach einer Stunde wurden die Segel dann wieder geborgen. Viel treibender Unrat kam uns wieder entgegen. Das Zeug wurde wahrscheinlich durch Unwetter und starken Regen ins Meer geschwemmt, weil üblich war das so nicht in dieser Gegend.
Um 1130 versuchten wir wieder mal Segeln. Anfangs 17 Kn wurde der Wind dann im Laufe des Nachmittags stärker und wir kreuzten bestmöglich die Küste hinauf. All zu viel Höhe brachten wir nicht zusammen, Karl kam mit der stärker werdenden See besser zurecht und hängte uns etwas ab.
Das langsame Vorwärtskommen brachte zwangsläufig die Entscheidung mit sich, die Nacht durch zu fahren und gleich Novorossiysk anzulaufen.
Um 1900 hatte ich das 2te Reff eingebunden, und eine Stunden später war der Wind eingeschlafen.
Wir motorten weiter und mir gefiel die schwarze Wolkenwand ca. 10 Uhr voraus nicht sonderlich. Mir war es zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, aber die gleiche Situation hatte ich von Sotschi nach Imeritimskiy. Erst war mörder Wind, dann schlief er ein, dann kam das Gewitter.
Ein Ausweichen erschien mir nicht möglich, also trafen wir alle Vorbereitungen für einen Gewittersturm. Was ich nicht recht wusste war ob ich weiter nach Norden oder in die Gegenrichtung halten sollte. Letztes mal war die Zugrichtung nach SO, also entschied ich den Kurs beizubehalten und sicheren Abstand zur Küste. Am Radar konnte ich das Näherkommen beobachten, und was ich sah gefiel mir so nicht wirklich.
Am meisten Angst machte mir ein Blitzschlag, die Blitzerei in dieser Front war regelrecht schauderhaft.
Um es kurz zu machen, es ging los und zwar richtig. Böen über 50 habe ich sicher gesehen, Karl erzählte nachher von einem 6er voran. Wir haben unter Motor das ganze abgewettert und nach etwa einer Stunde war der Spuk vorbei. Nix passiert, Gott sei Dank (auch kein Blitz 🙂 ). Die weitere Nacht so bis 0300 war noch Wind bis 35 Kn, dann beruhigte sich das Wetter endlich, und unter Motor fuhren wir Richtung Novorossiysk.

Donnerstag 26.7.2018
Um 0720 gingen wir dann bei Karl, der schon vor Anker auf uns wartete, längsseits und wir berieten wie wir in den Hafen kämen. Wir hatten noch nicht richtig gespannt wie das läuft, versuchten einen Agenten für die Hafenklarierung zu finden. Irgendwie war die Sache reichlich turbulent, aber schlußendlich kamen wir an Anton, der uns in der Marina wo er liegt einen Platz zusagen konnte. Wir erhielten dann auch die Einfahrgenehmigung, und machten uns auf den Weg.
Traffic Control Leute sind sehr aufmerksame Beobachter, und sie funkten uns an. Wir sollten sofort eine Kursänderung machen, weil wir auf seichte Stellen zusteuerten. Möglicher Weise wäre es kein Problem gewesen, aber wir leisteten der Aufforderung folge und ließen uns in den Hafen dirigieren.

Novorossiysk

Die Küste war wenigstens interessant während wir auf die Einfahrt warteten

An der Aussenmole machten wir dann um 1530 fest und Anton kam zu uns. Er wies uns kurz in die Marina ein und wir gingen in das Restaurant etwas essen, und natürlich ein paar Bierchen trinken.
Am Abend konnten wir dann in die Marina einfahren und unseren Liegeplatz einnehmen. Die Logge zeigte eine Differenz von genau 100 Nm seit der Abfahrt in Tuapse an.

Fest gebaut wird überall, trotz wirtschaftlichem Durchhänger wegen der Sanktionen

Wände anschmieren können sie auch schon, dahinter das Monument Nr. ??

Die Marina- eigentlich nicht schlecht, aber doch etwas russisch

Warten an der Aussenmole

Ich wünsche euch eine gute Zeit und Gottes Segen

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 1

Samstag, 21.7.2018

Die Anreise nach Sotschi erfolgte relativ kommod mit einem Flug. Von Wien nach St. Petersburg, und dann nach Sotschi.
Wir kamen um abends am Flughafen Adler an, wo uns Evgeniy abholen lies.
Am Schiff nisteten wir uns erst mal für die Nacht ein.

Sonntag, 22.7.2018
Ich hatte den Plan ein Mietauto zu nehmen, und damit nach Krasnaja Poljana zu fahren, dem Austragungsort der alpinen Olympiadisziplinen.
Verschiedene andere Sachen im Hinterland habe ich im Fokus gehabt, allerdings ist es mit Mietautos nicht so einfach in Russland. Zugegebener maßen habe ich mich auch im Vorhinein nicht ausreichend vorbereitet, was das angeht.
Kurz: wir bekamen kein Auto. Zuvor mussten wir eh erst mal das Umland erkunden. Karl war ja schon die ganze Woche dort, und wußte schon ein Bisschen was. Er führte uns in das Zentrum von Adler mit Märkten, kleinen Geschäften und Einkaufszentren wie man sie bei uns kennt. Ich habe eine Handywertkarte gekauft, um im Internet werken zu können. Telefonieren mit unserer Sim ist unbezahlbar, dort kostet eine Prepaid Karte umgerechnet 8 € für 30 Tage. Sie sollte auch auf der Krim funktionieren.
Dieses und jenes brauchbares und überflüssiges wurde sonst noch gekauft, und ein Bißchen geguckt.

Gässchen mit kleinen Geschäften und Lokalen gibt’s jede Menge

Wirklich traumhafte Märkte mit allerhand lokalen Spezialitäten und wie überall erhältlich: Trockenfisch

Montag, 23.7.2018
Es waren dann noch ein paar Formalitäten im Marinabüro zu erledigen, und die Woche Aufenthalt zu bezahlen.
Die Marina ist ganz okay denke ich, wobei ich eine ungemein niedrige Erwartungshaltung an Marinas habe. Die jedoch würde einem verwöhnten Mitteleuropäer auch zusagen, der mehr erwartet. Der WC und Duschcontainer war zeitweise nicht benutzbar, weil sie saniert wurden.
Allerdings stellt der Preis mit etwa 25€ pro Tag für die Region Schwarzes Meer schon eher die obere Begrenzungsmarke dar.

Imeritinskiy Marina, eigentlich ganz fesch

Wenn wir schon nicht das Olympiadorf in den Bergen sehen konnten, dann das nebenan. Wir hatschten bei sengender Hitze in den Olympiapark. Nicht nur der, sondern die ganze Ortschaft Imeritinsky ist für 2014 neu hochgezogen. Da standen wirklich nur neue, schöne Häuser, die als Sportlerunterkunft errichtet wurden. Jetzt nutzt man sie als Wohnungen. Wie der ganze Olympiapark, im Gegensatz zu manchen anderen Austragungsorten, für verschiedene Veranstaltungen laufend genutzt wird. Bekannt ist ja die F1 Strecke.
Imposante Bauwerke sinds schon, das FISCHT Stadion für die Fußball WM, Eishockeystadion, jedenfalls ein Riesending.
Dann ist da ein Vergnügungspark mit Achterbahnen und Etlichem wo die Leute durchgebeutelt werden. Wir haben das Riesenrad vorgezogen und sind eine Runde gefahren.

gepflegte Strandbäder, allerdings großteils überfüllt

den Kerl werden die Fußballfans kennen…….

das ist NICHT der Prater

Imposante Sportstätten von oben

das ist NICHT Disneyland

Am Abend hat uns dann Sanitsch, ein russischer Segelkollege dann noch zur Tankstelle gebracht, wo wir Diesel mit wesentlich besserem Preis/Leistungsverhältnis wie bei uns bekamen. Irgendwas bei 0,65€ kostet der Sprudel dort. Somit war eigentlich die Reisebereitschaft hergestellt.
Am nächsten Tag sollte es weiter gehen, das war also erst mal Sotschi.

Wünsche euch eine gute Zeit und Gottes Segen.

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