dAS jAHR 2019 kAP!TEL 1

Das 19er war eigentlich ein gutes, aus meiner Sicht.
Ich war im Frühjahr 2 mal beim Schiffel, aber das war vorwiegend nur zum Hackeln.

Geplant war die türkische Nordküste zu befahren, aber ich glaube schon einmal erwähnt zu haben: Pläne sind dazu da um geändert zu werden.
Das übliche Saisonbrimborium mit Sachen einbauen, Sachen die man verhunzt hat gerade zu biegen und so weiter. Dann das Unterwasserschiff zu reinigen und den Propeller wieder so hin zu kriegen das er seine Arbeit ordentlich machen kann. Diese Suppe die sich Varnasee nennt, lässt das Zeug prächtig gedeihen, das eine irrsinnig unreine Schiffshaut verursacht.
Ja, dann war noch was mit der Einspritzpumpe. Der Motor lief ja eigentlich tadellos, wenn nicht immer der Ölstand gestiegen wäre. Die Förderpumpe war mein Erstverdächtiger und wurde ausgetauscht. Da sich aber nichts änderte erhielt sie den Freispruch.
Somit grenzte sich der Kreis der Verdächtigen ein auf die Einspritzpumpe ein.
Also habe ich sie ausgebaut und bei uns in eine Bosch Werkstatt gegeben. Beim Erhalt wurde ich dann mit den Nachteilen von unserer Qualitätsarbeit konfrontiert. 708 € ist schon eine Ansage, wo ich doch mit dem Chef vorher telefoniert hatte, und er nach der Erstkontrolle nur leichten Verschleiß attestiert hatte. Ich rechnete so mit 300 €, maximal. Gut, laut Rechnung wurden so ziemlich alle Teile drinnen erneuert, und wahrscheinlich schlagen sich diverse Klimasteuern auch noch drauf.
Wieder eingebaut tat sie erwartungsgemäß einen fehlerlosen Dienst und es schaut so aus, daß jetzt die Dieselsauerei auch ein Ende hat. Die Nässerei ist weg, und auch der Diesel im Motoröl. Somit ist der hohe Preis der dafür gezahlt wurde auch relativiert. Ich bin wieder happy mit meinem Antrieb.
Eigentlich nicht ganz, weil ich nicht super zufrieden bin mit der Geschwindigkeit unter Motor. Ich denke der Propeller wird zu stark abgedeckt durch die Kielflosse (oder wie man das nennt), welche bis zum Ruderskeg nach hinten läuft. Der Verkäufer hat damals nicht gewusst wie das bei meinem Schiff ausschaut, war mein Fehler. Ein freistehender Propeller würde mit dieser Auslegung passen denke ich. Jedenfalls habe ich einen gebrauchten, neuwertigen gekauft, und bin neugierig auf den Test nächste Saison
Und die Türkei wird auch noch da sein um sie besuchen zu können.
Daher wurde beschlossen heuer einfach neue und bekannte Orte in BG zu besuchen. Meine Tochter mit Freund kam eine Woche mit uns, und ich kann behaupten Bulgarien hat mir noch nie so gut gefallen wie 2019.
Die erste Woche war nur sporadisch Segeln in der Bucht angesagt. Etwas Baden und sonst recht gemütlich.
Dann holte ich Töchterlein und Freund vom Flughafen ab, da es schon abends war ging e nix mehr, außer etwa essen gehen.
Das Futter dort hat ihnen geschmeckt, das Bier eben so.

Neulinge in der christlichen Seefahrt

Tags darauf wurde erst mal ordentlich gefrühstückt. Eine Einweisung am Schiff durfte nicht fehlen, dann wurde abgelegt. Das Ziel war Sozopol. Relativ wenig Wind brachte uns erstmal südwärts, dann fing der Autopilot an zu spinnen. Ich verteufelte alles elektronische Gerät unter Gottes Sonne und dachte der Ruderlagengeber ist kaputt. Es kam dann aber heraus das der Motor von der Hydraulikpumpe einen Kabelbruch hatte. Wir machten eine Übernachtung unter Anker in Byala. Mit dem Beiboot an Land angekommen, lustwandelten wir hinauf zu dem einzigen Wirtshaus in Reichweite. Die schöne Aussicht dort kannten wir schon, das gute Essen auch. Tags darauf wurde das Kabel vom Autopiloten repariert und Anker auf geholt. Das nächste Tagesziel war Sveti Vlas wo ich uns telefonisch androhte. Platz wurde uns zugesagt und kurz vor der Einfahrt funkte ich wie mir geheißen noch mal an. Die Marinaleute empfingen uns und wir lagen zwischen lauter Luxusgeräten in einer wirklich schönen Marina. Das ganze Pflaster dort war sehr schön, aber nicht mein/unser Geschmack. Alles nur für den Geldadel und reiche Russen. Wir waren nicht traurig als wir Richtung Süden ablegten. 35 Leva würde ich sagen war allerdings wohlfeil für diese Anlage mit Dusche und WC.

35 Füße sind halt nicht größer

Wir fuhren weiter nach Sozopol und ankerten in der Bucht. Ich meide diese Marina nach dem sie mich etwas sekkiert hatten vor zwei Jahren.

Waren ein paar feine Tage

Stadtbesichtigung und etwas essen und trinken, dann heia. Immer noch ist Sozopol einer meiner Lieblingsplätze- von der Marina abgesehen. Nächsten Tag mit dem Beiboot an einen Strand gleich beim Ankerplatz. Ein wirklich schönes Eckerl auf dieser Welt. Tags darauf holten wir den Anker auf und es ging wieder Richtung Varna. Mit Segeln und Motorsegeln kamen wir am Abend zurück in unsere Marina. Wir nahmen noch ein Abendmal ein und das beendete unsere gemeinsame Woche. Am nächsten Tag brachten wir sie zum Flughafen und sie flogen heimwärts. Irgendwie war es mir leid, aber andererseits war es angenehm das Schiff wieder für uns zu zweit zu haben. Ist es doch etwas zu klein für dauerhaft 4 Leute an Bord.

Das war Kapitel 1 von der heurigen Segelsaison.

Eine gute Zeit und Gottes Segen.

Das Lied zum Beitrag

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aRBE!TSE!NSATZ

Vom 25.5. bis 1.6. war Einsatz in Varna angesagt.
Anreise per Automobil in Begleitung von Karl. Seine Freundin war bereits per Flieger dort und sie machten sich tags darauf Richtung Südbulgarien auf.
Ich armes Schwein war nur zum Hackeln dort, naja selber schuld.

Ich frage mich immer wieder was ich so viel zu tun habe, habe es aber noch nie heraus gefunden.
Jedenfalls war die Liste lang:
Am wichtigsten war der Fäkalientank, welcher ja letztes Jahr durch den verstopften Ablauf einen Riss bekam. Das Plastikklumpert wird durch Edelstahlklumpert ersetzt.
Sodale, da fingen die Probleme auch schon an. Erst die ungustiöse Arbeit des Ausbauens vom kaputten Teil. Als ich dann den Neuen nicht hineinbringe werde ich etwas stutzig, hatte ich ihn doch entsprechend den alten Abmessungen angefertigt. Dass ich Koffer den alten Tank aber etwas schräg baute, habe ich nicht mehr gewusst. Nach dem ich ein paar mal im Kreis gerannt bin habe ich ihn kurzer Hand auseinander geschnitten und vor Ort neu zusammen geschweißt. Mit Wasser angefüllt sollte er dicht sein, und er passte nun gut rein. Auch die Absaugleitung konnte ich nun besser einbauen. Die Neuerung am Ganzen ist, daß er nicht mehr benutzt wird sondern ein Sammelgeweih vor dem Tank so geschaltet werden kann ihn weg zu lassen. Sollte einmal, wie heuer wo Türkei geplant ist, Bedarf aufkommen kann er benutzt werden. Aber  nur dann!
Der Durchgang in den Lenzbrunnen der Bilge wurde eingebaut. Dazu brauchte ich ein Loch durch den Dieseltank. Die Lochsäge wurde bemüht und das Teil mit Silikon eingedichtet, welches hoffentlich wirklich Ölbeständig ist.
Die gekaufte und umgebaute Badeleiter habe ich unter der Badeplattform montiert, daß man endlich mal ordentlich in das Schiff zurück kommt nach dem Badevergnügen.
Die Mastreling habe ich nun endlich angeschweißt. Die erste Version war mit Schrauben welche durch die Bewegung immer Locker wurden. Die zweite bestand aus Bolzen und Splint, was endlich hielt aber immer ein klapperndes Geräusch machte mit den Schiffsbewegungen.
Das NMEA Netzwerk habe ich wie geplant geändert. Das Backbone bis in die Backskiste gezogen, und dort einen Verteiler eingerichtet. Ein neuer Kompass kam auch auf den Geräteträger. Die Halterung habe ich zu Hause vorgefertigt und dann vor Ort angeschweißt. Ein neuer Durchgang durch das Deck musste auch her, weil ich die Stecker nicht durch die von Haus aus zu klein gemachten Durchgänge brachte. Nun sind die Stichleitungen von Ruderlagengeber, Kompass, GPS Antenne und Steuercomputer nur Ellenlang im Vergleich zu den 6 m Leitungen vorher. Das finde ich sinnvoll.
In der Vorpiek habe ich eine Versteifung eingeschweißt wo das Püttingeisen für den Kutterstag angemacht ist. Das wurde von mir nicht zu Ende gedacht, als ich den Ankerkasten herausgeschnitten habe und nach unten verlegte. Der Kasten hat das Deck enorm versteift, nun hat der eingeleitete Zug vom Kutterstag das Deck verformt und es kamen Schon Spuren von Rost wo der Lack eingerissen ist. Das Ganze werde ich erstmal beobachten ob es ausreicht, wenn ja, dann wird der Lack saniert.
Bei den Deckskluken wollte ich einen Aufsteller durch eine Gasfeder ersetzen, um das unpraktische aufstellen etwas zu erleichtern. Die Gasfeder sollte den Lukendeckel ausheben, auf der anderen Seite wird mit dem Feststeller die Position fixiert. Das System funktioniert im Grunde, die Umsetzung kam aber nicht über das Provisorium hinaus. Die Federn sind im eingefahrenen Zustand zu lange, daher habe ich ein Blechplättchen als Verlängerung gemacht. Das war auch okay, aber ich brauchte noch andere Schrauben und solchen Trallala. Wird später fertig gestellt.
Ja, dann habe ich auch noch die Winschen angeschraubt, aber nicht einmal probiert.

Mit Rumen, meinem Spezi bin ich fast jeden Tag irgendwo hin gefahren um etwas besorgen. Er war recht stolz wenn er mir seine Geheimtipps zeigen konnte, wo man dieses oder jenes besonders billig bekommt.
Auch seine spezial Bulgarenkneipen sind sehr cool. Da sind keine Touristen wie ich eigentlich einer bin sondern die Locals. Man isst dort auch einheimische Küche, und das haut voll hin so. Dass kein verwöhnter Westeuropäer dort hin kommt, liegt sicher auch im Zustand der Kneipe begründet. Doch das stört mich nicht.

Jouuu, dann war bereits Freitag und am Samstag um 0430 war leider die Heimreise angesagt. Über Russe nach Bukarest, Sibiu, Arad, Budapest nach Hause. Es gibt noch einiges zu tun wenn ich nächsten Samstag wieder hin komme, zur Vitriol. 

Dann noch eine gute Zeit und Gottes Segen.

Das Video zum Beitrag

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pROJEKTE fÜR d!E nEUE sA!SON

Ich weiß, daß ich schon ein Zeitel nix habe zum Besten gegeben.
Aber jetzt ist Ende der Durststrecke, alle meine Stammleser lechzen nach News von mir 🙂
Ich weiß- der war nicht besonders gut.
Was soll man übers Bootfahren schreiben im Winter, und der hat ja gefühlt gerade geendet.
Nun, ich bin fleißig am Sachenmachen für das Schiffel. Am 25ten werde ich nach Varna fahren und dann verschiedene Teile ein, um und anbauen.
Da ist z.B. der Lenzbrunnen der Bilge welcher mir schon lange auf den Socken geht. Da haben sie einfach einen Schmarrn konstruiert. Ich werde daher eine Durchführung durch den Tank einbauen, um endlich einen ordentlichen Schlauch für eine Pumpe verlegen zu können.

Ein neuer Fäkalientank aus Edelstahl mit neuer Schlauchführung wird den Tank nur mehr dann nutzen, wenn er verlangt wird. Die Verstopfung letztes Jahr hat mir gereicht.

Dann wird das NMEA 2000 Netzwerk umgebaut, das Backbone verlängert, um ein paar Kabel zu verkürzen bzw. es einfach ein wenig smarter zu machen.

Ein neuer Gyrokompass wird eingebaut weil der alte durch einen Wassereintritt den Geist aufgegeben hat.

Ein Sprayhoodstoff soll genäht werden, was schon seit der Abfahrt in Linz ansteht. Der Segelmacher hat angeboten 500€ und das ist schon sauteuer, ich hoffe das bringe ich einigermaßen hin.

Das Gestell wartet schon seit Längerem auf den Stoff

Der Motor bekommt eine neue Dieselpumpe, und ich hoffe dadurch keinen Diesel mehr ins Motoröl zu bekommen.

Noch gefühlte 100 weitere Dinge möchte ich erledigen, was spannend wird ist wie viel ich zusammen bringe.

Dann noch ein sehr aufwendiges Projekt, welches viel Zeit und Tüftlerei war: Der Umbau der Schotwinschen auf selbstholend.
Den 44er Dreigang Lewmars habe ich einiges an Zuneigung angedeihen lassen.
Der dritte Gang wurde ausgebaut, und durch verschiedene angefertigte Teile ein Holearm angebracht. Die Klemmringe habe ich als Ersatzteil von Lewmar gekauft, alles andere ist homemade.
Die Trommeln habe ich gewissenhaft geschliffen und poliert, dann verchromen lassen.
Dazu das Video zum Beitrag

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rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 10

Montag, 13.8.2018

Wir sagten noch adieu und legten um 0830 Richtung Haupthafen ab. Karl blieb noch ein paar Tage, er war nun ja wieder Seeklar mit seiner Maschine. Es wurde dann noch richtig knapp den Termin um 1000 einzuhalten, aber ein paar Minuten Verspätung wurden hingenommen. An sich wollten wir ja ein paar Minuten früher dort sein…..
Unser Agent erwartete uns bei Pier 143, der Zollpier.

Denkmal am Hafen für Soldaten und Matrosen

Der Obelisk- Bedeutung unbekannt

Raus hier

Das Procedere ging wieder recht unspektakulär über die Bühne und so machten wir uns um 1040 auf den Weg Richtung Varna. Log 1774
Eine halbe Stunde später, als wir aus dem Verkehrstrenngebiet heraussen waren, setzten wir die Segel.

Wir haben schon einen Vogel

So schön kann’s sein

Kap Chersones war der letzte Zipfel Russland den wir sahen

1300 Kurs 250, noch 242 NM bis Varna, schönes am Wind Segeln, ca. 1 m Wellenhöhe und 2 KN Strom mit uns

1800 Log 1816, Wind 9 KN NW, 1015 hPa

2000 Log 1827, Wind 8 KN

2215 Motor kurz gestartet damit das Getriebe gekühlt wird, Wind 11 KN

Dienstag, 14.8.2018

0400 Log 1853, Wind 12 Kn, 1015 hPa

0600 Motor wieder kurz laufen gelassen zur Getriebekühlung

1300 Log 1892, Etmal 101 NM

1900 Log 1915, 1013 hPa, Motor gestartet, Batterien laden, Genua geborgen

2200 Segel wieder geborgen, Motoren

2300 Log 1928, KÜG 244°

Dienstag, 14.8.2018

0115 Log 1938, KÜG 210 Genua gesetzt

0350 Motoren

0500 Segel gesetzt

0950 Halbwindsegeln, erste Landsicht auf Kap Kaliakra

1620 Anfahrt Varna, Segel geborgen, unter Motor weiter

1730 Festmachen Zollpier

Die uns wohlbekannte Hafeneinfahrt Varna

Mein Funkspruch wurde zwar angenommen, aber mein Gesprächspartner redete nach einer Zeit nicht mehr mit mir. An der Zollpier war niemand weil sie nur nach Vereinbarung kommen. Ein Passant der Deutsch verstand rief den Zoll herbei. Einklarierung ohne Fragen, Panik welche uns eingeredet wurde war unbegründet (so wie ich es mir gedacht hatte).

Essen gehen und Einkaufen im nächsten Magazin.

2100 Anlegen in der Marina mit Hilfe anwesender Stegnachbarn. Log 1999, das waren seit Sevastopol 225 NM

In der Marina, die russischste von allen gesehenen

Maxim ein Nachbar lud uns dann gleich noch ein zu Essen und Trinken mit seinen Freunden die an bord waren. Einer, dessen Namen ich vergessen habe spricht sehr gut Englisch weil er einmal in den USA gelebt hatte.
So verbrachten wir noch entspannte Zeiten bis am Samstag wo es nach Hause ging. Segel wurden abgeschlagen alles vorbereitet für den Winter. Am Freitag waren wir so gut vorbereitet wie noch nie vor der Abreise. Samstags wollte uns Anna, auch eine Stegnachbarin zum Flughafen fahren, das war eigentlich zu schön….
Am Morgen als ich den Grauwassertank umpumpte kam dann die noch ausständige Katastrophe. Irgendwie war der Ablauf des Fäkalientanks verstopft (das war er wie ich dann rekapitulierte schon länger), und es machte pofff. Ich wunderte mich erst was das war, aber Susi sagte es kam aus der Nasszelle. Und da war sie auch die Bescherung, der Tank war geplatzt- eine Schweißnaht aufgerissen. Damit wussten wir auch, was wir bis zur Abreise tun würden.
Okay, wir kriegten es mehr oder weniger hin. Anna ging dann noch einen Kaffee mit uns trinken und entschwand dann unseren Blicken.
So das war die Russlandstory 2018. Schön war’s.
Eine gute Zeit und Gottes Segen.

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Eingeordnet unter Allgemein

rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 9

Donnerstag 10.8.2018- Sevastopol

Nun waren wir am letzten Zielhafen unserer Russlandreise, was eigentlich als Höhepunkt geplant war.

Die Marina war wieder mal etwas russisch, aber durchaus nicht die schlechteste. Sie haben einfach keine Kohle um was zu investieren, was kein Wunder ist, haben wir doch nur etwa 5€ pro Tag bezahlt.

Marina

Wir brachten dann eine gemütliche Zeit in Sevastopol zu, leider wurde die Zeit knapp weil es hier jede Menge zu sehen gab. Dadurch, daß wir überall vorher etwas länger waren als geplant hatten wir nur mehr 4 Tage zur Verfügung.
Alex bot uns gleich alle möglichen Dienste an und lud uns zum Essen ein. Er zeigte uns erst Mal das was wir brauchten und wußte auch einen Mechaniker der die Wasserpumpe von der Melisa reparieren konnte. Wir sollten seine Dusche benutzen, seine Waschmaschine und erstmal sollen wir essen kommen.

Es gab gleich mal was zu mampfen

Lera, seine Frau, bekochte uns auf die Schnelle mal und wir hingen diesen Tag etwas herum, machten Einkäufe.
Tatsächlich kam ein zahnluckerter Kerl vorbei, der sich Karls Murl mal ansah. Am Ende fertigte er eine Wasserpumpe aus verschiedenen Teilen an und sie funktionierte bestens.
Am Abend wurden wir prompt mal wieder zum Essen eingeladen. Oleg, den wir auch bei der Ankunft kennen lernten schmiß eine Grillparty in seinem Reihenhaus an der Wasserfront. Das war mega nett und es ging schon was weiter dort. Er war pensionierter Offizier bei der Sowjetarmee und tat Dienst auf einem Flugzeugträger namens Minsk als Kommandant einer Luftabwehr Batterie. Nun arbeitete er noch als Lehrer oder so und er spricht brauchbar Englisch.
Alex ist als Profiskipper auf dem Boot eines Freundes. Eine 16 m Ketsch aus Stahl, gebaut in Russland und ausgebaut in der Türkei. Auf 16m Länge ergibt sich natürlich ein entsprechender Reparaturaufwand, und die Seglerei alleine ist schon auch eine Herausforderung auch bei der top Ausstattung.

Party beim Oleg

Freitag 11.8.2018
Nächsten Tag gingen wir einmal die Umgebung Erkunden und zogen einen Kreis durch die Hintergässchen. Überall in der Umgebung war hier Militärgelände, auch am Ende der Bucht waren Marineboote. Der eigentliche Flottenstützpunkt ist aber in der Hauptbucht. Insgesamt gibt es hier über 30 größere und kleinere Buchten.

Kaserne gegenüber

Nachmittag enterten wir ein Taxi und fuhren in den Hafen, erst einmal die Stadt abklappern.
Das Denkmal des Admiral Nachimov, Adlersäule und andere Denkmäler deren es hier ja genug gab. Auch Sevastopol ist eine Heldenstadt.
Nach einem Restaurantbesuch gingen wir noch eine Runde bis ans Ende des Hafens wo dann auch Kriegsschiffe lagen.

Admiral Nachimov

Adlersäule zum Gedenken an die versenkten Schiffe

Los Angeles oder was?

Der Flottenhafen

Samstag 12.8.2018
Morgens pullte ich zu dem Uboot das in der Bucht auf Grund lag. Es war ziemlich verfault und laut Alex ein Forschungsboot welches durch innere Werte glänzen sollte. Laut ihm ist es innen total intakt und „betriebsbereit“. Später war dann ein Besuch in Chersones angesagt und wir fuhren mit dem Taxi hin. Das ist die Ruine einer Antiken Stadt, die nach deren Zerstörung nicht wieder aufgebaut wurde. 1783 wurde von Katharina der Großen die Stadt Sevastopol an dieser Stelle begründet.

Uboot, hatte schon bessere Zeiten

Chersones

Danach war noch das Panoramamuseum angesagt. Dort hin probierten wir dann einmal den Linienbus. Wir wussten nicht wie es genau funktioniert, aber das checkten wir durch learning by doing. Einsteigen, eine Karte kaufen und fahren so weit man will bzw. muß. Das ist, auch wenn Taxis gegenüber hierzulande geradezu spottbillig sind, wirklich sehr günstig. Das Panoramamuseum ist praktisch ein Gemälde welches die Schlacht um Sevastopol im Krimkrieg gegen England und Frankreich darstellt, am letzten Tag bevor es gefallen ist. Es wurden erstellt von einem Maler mit burgundischer Herkunft und ist in 3D Technik gemalt, rund umlaufend um die Außenwand. Wir hatten keinen Begriff was da auf uns zukam, aber es hat uns schlicht weg überwältigt. In Sevastopol sollte das ein Pflichtbesuch für jeden Touristen sein.

3D Gemälde mit Kulisse im Vordergrund

Heimwärts wieder mit dem Bus machten wir noch einen Einkehrschwung. Alex war noch so nett und organisierte mir ein Taxi, welches mir Diesel von der Tankstelle holte. Inklusive dem Taxi kam der Liter dann auf immerhin noch erschwingliche 0,75 €.
Am nächsten Tag war wieder Abschied angesagt, wir hatten um 1000 den Termin mit dem Agenten beim Zollsteg im Hafen.
Die Zeit war einfach zu kurz, aber egal- wir werden sowieso mal wieder hier her kommen.

Somit wünsche ich wieder eine gute Zeit und Gottes Segen.

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Eingeordnet unter Russland, Schwarzes Meer

rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 8

Donnerstag 9.8.2018

Ich habe am Vortag wieder 2 Liter Öl abgesaugt und einen halben Liter frisches eingefüllt. Der Meßstab zeigte ein Drittel des Sollbereiches an.
Um 0730 machten wir los im yaltaer Hafen welchen ich nicht in bester Erinnerung behalten werde. Der Schwell war ein Horror, aber die Stadt und die Leute wieder grandios.
Nach einer halben Stunde stellten wir den Motor ab und segelten um das Kap wo das Schwalbennest steht.

Wir hielten näher der Küste entlang als Karl. Das Wetter war ganz okay und konnten einen guten Kurs segeln. Susi übte wieder etwas Steuern.
Um 0845 kam ein Funkspruch herein von der Küstenwache: Wir möchten mindestens 5 NM Abstand zur Küste halten. Wir wußten schon von unseren Freunden in Yalta, daß irgendwo an der Südspitze der Krim eine Sommerresidenz vom Präsi ist. Den wollten wir natürlich nicht uns zu nahe kommen lassen.
Die Offiziellen in Russland waren NIE unangenehm, obwohl schon teilweise etwas kapriziert. Der  Ton war immer freundlich und von uns wurde nie irgendwie Bakschisch verlangt um etwas zu bekommen. Im Gegenteil, sogar die Kappelständer waren eher behilflich, das möchte ich ausdrücklich betont haben. Wahrscheinlich ist die Besoldung nun auch besser als unter ukrainischer Zugehörigkeit. Damals soll ja das etwas anders abgelaufen sein, wobei die Krim ja auch da schon einen autonomen Status hatte und eine weitgehende Selbstverwaltung.
So ging es eben dahin, und wir umrundeten um 1230 das Kap Sarych, die Südspitze der Krimhalbinsel.

 

Mit Segeln war es allerdings dann vorbei, kein Wind und so wurde der Poldi aktiviert. Eine halbe Stunde später ein neuer Versuch mit Segeln der wenig später wieder rückgängig gemacht wurde. Auch etwas Regen zog dann noch über uns, aber wirklich nur etwas. Vorbei ging es an der Laspi Bucht und wir näherten uns dem Tagesziel Balaklava. Die Küste wurde wieder karger und steiler. Die Einfahrt nach Balaklava ist erst ganz in der Nähe erkennbar und der kleine Fjord gilt als einer der best geschützten Naturhäfen im schwarzen Meer. Der Bootsverkehr wurde dann wieder richtig lebhaft mit verschiedensten Geräten wo meistens Touristen ein und aus kutschiert wurden.

 

Die Einfahrt kaum aus der Ferne erkennbar

Eine voll schöne Bucht mit viel Verkehr

Wir schlängelten uns durch die Einfahrt und machten bei dem ersten Yachtclub fest, um zu fragen wie es mit einem Liegeplatz aussah. Wir wurden gleich mal hingewiesen, daß dort wo wir hingen gleich eine große Motoryacht kommen werde. Ich beeilte mich also herauszufinden wo das Büro war und fragte dort nochmal, bekam aber wiederum eine negative Antwort. Man gab mir dann netter Weise noch die Telefonnummern von 2 anderen Yachtclubs in der Bucht, wovon aber nur eine funktionierte. Was die mir dort sagten wollte ich eigentlich auch nicht hören.
Karl war auch inzwischen da und seine Maschine rann schon so stark, daß er sie gar nicht mehr zu starten traute. Da wir keinen Platz hier bekamen, nicht einmal mit dem Defekt, berieten wir was wir tun konnten.
Uns blieb nur die Möglichkeit draußen zu Ankern, oder weiter nach Sevastopol zu segeln. Ich konnte die Melisa aber nur mit Schlepphilfe bewegen und das war bei Gott keine leiwande Perspektive. So fuhren wir längsseits vertäut wieder hinaus und namen Kurs nach Westen. Wind war so gut wie keiner, aber Karl wollte nicht weiter schleppen. Er meinte wir sollten unseres Weges ziehen und er kommt schon irgendwie nach. Das war aber auch keine gute Idee, wie sollte er in den nächsten Hafen fahren so antriebslos wie er war.

Abschleppen mal anders

Wir setzten also solidarisch auch die Segel und hielten so gut wie ging Kurs um in den NO-Wind zu kommen der außerhalb der Windabdeckung sein sollte.
Ja und er kam dann auch. Wir rundeten Kap Fiolent und hielten uns etwas von der Küste entfernt um die Fallböen, die angesichts der steil abfallenden Felsen zu befürchten waren, nicht zu erwischen. Mit Distanz beobachteten wir Karls Eiertanz weil er nach der Reihe eben diese einstecken musste.

Kap Fiolent

Die Dunkelheit umhüllte schön langsam die Szenerie und wir hatten eine perfekte am Wind Seglerei mit keiner Welle. Das machte natürlich Freude.
Um 2100 querten wir das Kap Chersones welches die Abbiegemarke zur sevastopoler Bucht bildet.

Kap Chersones noch weit voraus

Wir nahmen dann gut Fahrt heraus um auf Karl zu warten. Vor der Hafeneinfahrt nahmen wir ihn wieder längsseits um ihn in den Hafen zu schleppen.
Die Traffic Control wies uns einen Liegeplatz zu welcher sich dann als Ankerfeld herausstellte. Vorher wären wir noch fast über eine Seichtstelle gefahren wenn uns nicht die Traffic Control gewarnt hätte. Nach erreichen des Ankerplatzes checkten wir die Lage. Gut- es war inzwischen 0415 und der NO Wind blies nocht immer mit irgenwas bei 20 KN.
Karl mit dem waidwunden Schiff, das war keine gute Idee hier zu bleiben. Wir entschieden kurzerhand uns in die Kosatscha Bucht zu verlegen. Dort war uns gesagt worden sollte es Marinas geben. Eigentlich wollte ich von Anfang an dort hin, aber ich dachte der zugewiesene Liegeplatz wäre im inneren Hafen und das wäre mir auch recht gewesen.

Einfahrt in die Bucht

Wir namen also Kurs dort hin und setzten die Segel. Dort angekommen ging ich an einen Steg wo wir jemanden herumrwerken sahen. Karl machte derweil ein Ankermanöver unter Segel und ging in Warteposition. Wir sprachen mit Alex welcher als Skipper auf einem großen Segelboot arbeitete. Wir konnten also 2 freie Plätze beziehen und er war auch so nett mit seinem starken Beiboot die Melisa herbeizuschleppen. Wir lagen nun also sehr gut mit äußerst netten Nachbarn (wieder mal), die Logge zeigte eine Differenz von 72 NM.
Die Tage bis zur Rückfahrt nach Varna werde ich in einem eigenen Beitrag packen.

Dann noch eine gute Zeit und Gottes Segen.

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Eingeordnet unter Russland, Schwarzes Meer

rUSSLAND fÜR aNFÄNGER 7

Sontag, 5.8.2018

Auf geht’s nach Yalta. Tagestank auffüllen, Motor starten und Leinen los. 0715 lautet der Eintrag im Logbuch, es ging weiter. Mangels Wind wurde Motorboot gefahren.
Der Küste entlang fahrend erhielten wir einen Funkspruch von der Küstenwache. Uns wurde Kurs 270° angeordnet für 5 Nm. Um ca. 1030 setzten wir mal die Segel, eine gute Leichtwindpartie wo Susi etwas steuern üben konnte. Zwei Stunden später bargen wir die Segel wieder wegen Sinnlosigkeit. Wir tuckerten weiter und um 1245 hatten wir die Ortschaft Aluschta querab.
Um 1430 erhielten wir wieder einen Funkspruch, wir sollten bis auf 1 Nm zur Küste fahren. So eine Situation hatte Karl geschildert als er von Kertsch nach Feodosia unterwegs war. Uns hat man sogar einen Grund genannt: Ein Kriegsschiff ist auf dem Weg. Wir hatten öfters Kriegsschiffe gesehen und in nicht all zu großer Entfernung passiert. Besonders als wir von Varna nach Sotschi kamen, patroulierten geschätzt alle 10 km Militärschiffe wegen der Fußball WM. Bis dahin wurden wir nie weggewiesen. Später hatte man uns gesagt, dies sei absolut ungewöhnlich und irgendwas besonderes musste im Gange gewesen sein. Okay, es war halt so. Noch dazu wurde die ganze Küste von der Küstenwache abgeriegelt. Wir sahen zivile Motoryachten von großen Abmessungen, ohne AIS, aufgefädelt eine Linie soweit man sehen konnte bildend.

Zivile und andere Küstenwacheschiffe riegelten die Küste ab

Wir fuhren dann halt in Küstennähe vorbei an Kap Mys Ayudan und um 1600 waren wir in der Bucht von Yalta. Diese Stadt ist wahrhaftig was Besonderes, eingebettet in den Berghang einen sensationellen Anblick darbietend.


Dann ging es wieder Los mit Traffic Control anfunken. Wie erwartet fragten sie nach unserem Agenten den wir ihnen nicht bieten konnten. Man verhieß uns Beistand und wir wurden auf einen Ankerplatz geschickt. Dort hin mussten wir die ganze Bucht durchqueren und wir stellen fest, daß der Ankerplatz in unmittelbarer Nähe zum Schwalbennest lag.
Das Märchenschloß welches als Wahrzeichen der Krim gilt liegt, sagen wir mal salopp absturzgefährdet. Man hat fast Angst zu nahe hinzu zu fahren damit es einem nicht auf den Deckel fällt. Das Wetter machte eine richtig enterische Stimmung, und Ausflugsboote brachten im 5 Minutentakt unglaubliche Massen an Besuchern heran. Mit dem Fernglas konnten wir den Gänsemarsch hinauf und herunter steigender Touristen beobachten. Nach einer Fotorunde gingen wir in Ankerposition und warteten auf weitere Infos von Seiten der Traffic Control.

Das Wetter sorgte für eine gehörige Dramaturgie

Die kamen auch in Form eines Funkspruches womit wir die Einfahrtserlaubnis in den Hafen erhielten. Also los geht’s. Um 1745 waren wir römisch katholisch fest gemacht an einer riesigen Kaimauer. 2 Heckleinen und eine Mooring sollte normalerweise reichen. Normalerweise. Es kam immer wieder ein mords Schwell herein und auf einmal so ein heftiger, daß ich so weit zurück und so hoch kam daß die Windsteuerung gegen die Stiege krachte. Die Abdeckung vom Winkelgetriebe war somit Geschichte, und die unterste Stufe hatte eine Beschädigung am Holz. Das sollte mir später noch zu stehen kommen.
Jedenfalls verholte ich das Schiff, welches ich eh schon weit vorne glaubte, noch weiter vor. Ein fürchterlicher Platz wo die Schiffe immer wieder regelrecht hüpften, und die Festmacher an den Klampen rissen wie deppert. Dann aber der erste Landgang in der geschichtsträchtigen Stadt. Genau hinter uns war ein Rummelplatz mit Achterbahn und die sorgte, mit Musik von einer Livebühne für ordentlich Geräusche. Die Promenade lässt keinen Zweifel aufkommen daß sie es ernst meinen mit dem Tourismus. Überhaupt waren die Ferienorte auf der Krim allesamt sehr stark frequentiert. Erst neulich las ich von einer Rekordsaison. Luxusgeschäfte fehlen auch nicht und wir suchten eine Lokalität wo wir etwas schnappen konnten.
Am folgenden Tag starteten wir eine ausführlichere Stadtbesichtigung. Eigentlich wollten wir einen Ausflug zu den Wasserfällen von Utschan- Su machen, die fanden aber nicht statt weil sie momentan kein Wasser führten. Ich befürchtete sowas, weil ich davon gelesen hatte daß sie üblicher Weise im Sommer trocken sind.
So gingen wir halt ein Wenig durch die Stadt, als erstes zur Armenischen Kirche. Orthodoxe Kirchen üben auf mich eine starke Faszination aus. So auch diese kleine, aber wunderschöne Kirche.
Danach visierten wir die Alexander Nevsky Kathedrale an. Eine sehr bedeutende Kirche in der Umgebung heißt es. Sie ist auch total schön und wir gingen hinein und liesen die Energie auf uns wirken.

Orthodoxe Kirchenarchitektur

Sowjetische Zweckarchitektur

Die Galeere ist ein Restaurant

Von dort ging es wieder zurück Richtung Hafen, wo die Seilbahn auf den Darsan Hügel ist. Diese fällt in die Kategorie „Joghurtbecher Seilbahn“ mit ihren Polyester Kabinen wo 2 Personen reinpassen. Bei  uns würde eventuell kein Pickerl mehr dafür ausgestellt, aber dort ist das kein Problem. Jedenfalls war es eine Belustigung und wir gingen oben angekommen, in das Restaurant mit einer tollen Ausgucksterasse. Der Blick auf diese schöne Stadt unter uns hatte schon was Besonderes. Wir tranken ein Bierchen und traten den Rückweg an. Hinein in den Joghurtbecher, dann Augen zu und durch. Natürlich nur sprichwörtlich, denn wir genossen den Ausblick in verschiedene Gärten und Hinterhöfe genau so wie auf die Stadt rundum.

So gegen 1600 kam dann auch Karl nach, er hatte schon länger Probleme mit seiner Wasserpumpe. Nun aber waren sie schon gehörig geworden, und er konnte den Motor kaum noch starten weil es so herauspritschelte. Das Anlegen ging dann aber noch, und kurz darauf gingen wir gemeinsam noch eine Runde. Leider sind wir dann etwas versumpft……
Tags darauf war dann Ersatzteilbeschaffung auf dem Plan. Es wurde uns eine Werkstatt empfohlen, welche aber am anderen Stadtende lag. Soo groß ist Yalta zwar nicht, aber es wurde doch ein ziemlicher Marsch. Heiß war es und angesichts unseres etwas angeschlagenen Zustandes war das schon hart. Am Zielort waren dann jede menge Autoläden und Werkstätten. Leider konnten wir keine Wasserpumpe für den alten Mercedes bekommen, trotz sehr engagierten Handelns der Russen. Am Rückweg kehrten wir in eine Gastwirtschaft ein und aßen etwas. Ein paar Geschäfte am Weg wurden auch noch besucht, und ich bereute die Kamera nicht mitgenommen zu haben. Viele Fotomotive von den hintersten Gassen Yaltas entgingen dadurch meiner Linse. Zurück am Schiff schnappte ich sie aber, und fuhr mit meinem Klapproller nochmal zurück um die Szene etwas festzuhalten. Die Ulitsa Puschkina war dem russischen Nationaldichter, welcher als der größte unter vielen Literaten gilt, gewidmet. Ein Denkmal von vielen wurde für ihn errichtet, viele kleine Läden und eine katholische Kirche war auch dort. Ich war froh den Weg noch einmal auf mich genommen zu haben, welcher mit dem Roller jedoch ziemlich kommod zu bewältigen war.

Die hochgelegten Gehwege sind der leichten Hanglage geschuldet

Genosse Puschkin betrachtet das Geschehen

Am nächsten Tag wollten wir weiter- wollten wir. Wir wurden nämlich gebeten, bei der gerade stattfindenden Regatta auf dem Regattaleitungsschiff Hilfe zu leisten. Wir konnten das nicht ausschlagen, der Yachtclub hat uns schließlich auch kostenlos dort liegen lassen.
Somit war es für mich eine Premiere in doppeltem Sinne: erstens war ich bei einer Regatta dabei, und zweitens war ich auf einem Ferrozementboot. Der Regattachef Alex, Viktor der Eigner, seine Frau Gallina und wir drei legten also ab. Das Schiff namens „Lady Rose“ hatte den Buganker draussen, und der hing gleich einmal an einer Stahltrosse unter Wasser. Losgemacht ging es hinaus und wir bezogen Position unter Anker. Der Start wurde durchgeführt und wir hatten bis zur ersten Zielankunft nichts zu tun. Daher ein Tässchen Tee und ein paar Kekse, eine Konversation auf Deutsch und Russisch sorgte für Kurzweile. Alex spricht einigermaßen gut Deutsch und ich brachte ein paar Fetzen Russisch an.

Ein echtes Betonschiff 🙂

Regattaleitung ist harte Arbeit


Eine zweite Wettfahrt wurde noch durchgeführt, dann ging es zurück. Ich quälte dann noch Viktor und Gallina damit, mir die Durchsage an die Küstenwache aufzuschreiben, und sie führten freundlicher Weise die Abmeldung bei denen Durch. Man bekommt dann eine Nummer  mit der man sich dann beim Auslaufen nochmal meldet, sagt ihnen noch wieviele Personen an Bord sind und den Zielhafen.
Am nächsten Tag würde dann die Stunde der Wahrheit kommen, ob die mich dann auch verstehen können.
Yalta war von der Ankunft bis zur Abfahrt ein Erlebnis, die Lage, die urigen Gasserl, und einfach eine Atmosphäre die geil ist.
Wünsche euch auch eine geile Zeit und Gottes Segen.

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